schneckenkoenigin.ch

Über mich

Mein Weg

Regen in Luzern, dem «Schüttstein der Schweiz», brachte mich 2013 zur Permakultur. Während einiger Jahre leitete ich auf dem Luzerner Bramberg ein Gartenatelier für stellensuchende Jugendliche. Als die Staunässe wiederholt die Zucchetti-Ernte zunichte machte, ging ich auf die Suche nach Lösungen. So stiess ich auf die Permakultur und voilà, ab dann ging keine Ernte mehr verloren. Seither scheue ich auch nicht mehr den achtsamen Umgang mit der Gärtnerin liebstem Feind: den Schnecken.

Der Bezug zur Natur

Aufgewachsen bin ich in einem abgelegenen alten Bauernhaus am Waldrand mit Holzheizung und eigener Quelle. Als Gärtnerstochter kannte ich die Gemüse-Selbstversorgung. Die erste Ausbildung absolvierte ich als Gärtnerin, die zweite als Sozialpädagogin. Das Soziale war in den vergangenen 30 Jahren auch mein wichtigstes berufliches Tätigkeitsfeld. Mit der Zeit bildete ich mich zur Ritualleiterin, zur Töpferin und zur Erwachsenenbildnerin weiter. 2020 erlangte ich schliesslich das Diplom als Permakultur-Designerin.

Ich gestalte private und landwirtschaftliche Permakultur-Projekte, habe mit Garten-Kindern gegärtnert, gebe in Kursen und Workshops meine Erfahrungen mit der Permakultur und im Urban Gardening weiter, habe die Samentauschbörsen in Luzern und Chur ins Leben gerufen, produziere Saatgut für Pro Specie Rara, habe die Permakultur-Regiogruppe Graubünden gegründet und engagiere mich für die Koordination der Regiogruppen in der Schweiz.

Die Natur als Koautorin

Am wichtigsten ist mir das Vermitteln des Bezugs zur Natur. Die Natur ist immer unsere Koautorin. Wir beobachten und lesen sie, gehen ihr mit unseren Interventionen entgegen. Wenn sie damit zufrieden ist, arbeitet sie für uns und wir geben ihr Zeit.

Seit 2018 bewirtschafte ich mit meinem Mann unseren eigenen Permakultur-Garten auf einer 2000 Quadratmeter grossen Streuobstwiese im Bündnerland. Als «spezialisierte Generalisten» setzen wir Projekte in den unterschiedlichsten Bereichen um. Wir freuen uns ab einem möglichst vielfältigen Werkzeugkasten, einer breiten Erfahrung und vielfältigen Ressourcen.

Warum Schneckenkönigin?

Schnecken sind wahrscheinlich die gefürchtetsten und am grausamsten bekämpften Feinde der meisten Gärtnerinnen und Gärtner. Auch ich habe lange Zeit über sie geschimpft und mich mit unschönen Massnahmen für weggefressene Setzlinge und Salate an ihnen gerächt. Erst nach vielem Beobachten und mit viel Erfahrung lernte ich sie kennen und schätzen: ihren so wertvollen Beitrag als Auffresser und Zersetzer allen welken Pflanzenmaterials; ihr wichtiges Wirken als essentielle Milben- und Kleinsttiertaxis; ihre faszinierenden Fähigkeiten und Strategien, jedes Hindernis auf dem Weg zu ihrem Ziel geduldig zu überkriechen.

Vor allem aber lernte ich sie in eine ausgewogene «Garten-Balance» mit einzubeziehen, sie mehr oder weniger in die von mir gewünschten Bahnen zu lenken und sie als Gartenhelfer einzuspannen. Schnecken mögen Welkes, Gestresstes; je gesünder der Garten ist, desto geringer fällt der Verlust für die Gärtnerin aus. Je mehr Fressalternativen sie haben, desto weniger gehen sie auf unsere Setzlinge los. Mir selber nötigen sie Gelassenheit ab, und die ist gut.

Schnecken sind von meinen Feinden zu meinen nicht gerade Freunden, aber lieben Tieren geworden. Am liebsten sind mir die Häuserschnecken. Sie sind genauso faszinierend wie die Weg- und Ackerschnecken, aber viel weniger gefrässig. Und unter den Häuserschnecken gibt es die ganz seltenen Schneckenköniginnen (oder auch Königsschnecken), deren Häuschen sich im Gegenuhrzeiger- statt im Uhrzeigersinn dreht. Sie sind rar, besonders, faszinierend und schön. Und wer eine findet, hat Glück!